Auf dem kurzen, landschaftlich wunderschönen Stück, wo die A9 das Altmühltal kreuzt, liegt die kleine Stadt Greding. Bislang kannte ich (wie vermutlich viele) nur den weithin sichtbaren McDonalds - meine Söhne verlangen meist einen Besuch, wenn ich sie zum Kinderwochenende abhole und wir dort vorbei kommen. Nachdem ich sie heute vom Wochenende zurückgebracht hatte (und im Kindergarten vom Kleinen ein zünftiges Vatertags-Weißwurschtfrühstück hinter mir, wenn auch ohne Weizenbier), stieg ich dort auf der Rückfahrt endlich auch mal aus. Die romanische Martinskirche oben auf dem Hügel mit ihrem mediterranen Flair (Romanik in Bayern ist ja generell eine Wohltat zwischen dem ganzen Barock), daneben der Karner (Gebeinhaus) und dann vor allem die rundum erhaltene Stadtmauer mit ihren Zwergenmützentürmchen und idyllischen Gärtchen, all das ist auf jeden Fall mehr als nur eine kleine Rast wert. Schade nur, dass doch einige Geschäfte leer zu stehen scheinen und hinter der Hauptstraße mit ihren schmucken Stadtfassaden auch schon mal ein Gebäude vor sich hin rottet.
Kommentare 
kinderwochenende ist ein unschönes wort...
(aber so heisst es eben)
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Andererseits gib's bei uns Papatage.
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Ich habe auch kein besseres Wort zur Hand - das ist ein bisschen so wie "Ex-Frau".

(Papatage muss man sicher französisch aussprechen. ;)
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Offensichtlich verrotten nicht nur Gebäude dort, wie man Ihren Fotos entnehmen kann ;)

Ich empfinde ja gerade diesen Gegensatz von alt und neu, gepflegt und heruntergekommen, als besonders reizvoll. Aber das ist natürlich eine sehr persönliche Sichtweise, die nicht geteilt werden muss.
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Ich empfinde den Gegensatz auch als spannend - im Gegenteil, zu viel rausgeputzt geht mir auch schon mal auf den Keks. (Zum Beispiel empfand ich die Gegend am Bodensee als fast unerträglich in dieser Hinsicht. Jedes Haus, jeder Laden, jedes Schaufenster... und das einzige Graffito in vier Tagen Rundreise stellte auch noch einen Luftballon dar...)

In diesem Fall aber tat es mir einfach um ein größeres Fachwerkhaus leid, das offensichtlich auch nicht mehr für irgendetwas genutzt wird. Patina und Brüchiges ist ja schön, aber kompletter Leerstand und Verwahrlosung mitten zwischen den anderen Häusern irgendwie... schade.
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schön!

"wochenendpapa" ist dann noch das passende gegenstück zum "kinderwochenende"
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»Samstagsvater« könnte auch zuweilen passen. Diese Zeit ist gottseidank bei mir weitgehend passé, sowohl was das Übernachtungsproblem anlangt wie auch die damit verbundene Angst, die Kinder würden sich innerlich von mir entfernen. (Wobei es immer noch ein Unterschied ist, ob man ein Papawochenende hat oder einen Wochenendpapa.)
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ein schöner ausflug...
es ist halt ein trauriger unterschied, ob an einem fachwerk charmant der putz bröckelt oder die substanz so angegriffen ist und keiner mehr bereit ist, die kränkelnden balken auszutauschen. letzteres ist wirklich bejammernswert.
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Ah. Ein Beinhaus grimmer Schmerzen. Kränkelnde Fassaden als Spiegel unserer selbst. Oh, manirierte Kommentare als Fassade des Montagmorgenbloggens.

Äh ja. Die Bilder erzählen einen hübschen Ausflug. Der protestantische Norden mit seiner Rotklinkermonotonie und der flachen Landschaft ist in dieser Hinsicht reizärmer.
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... was aber umgekehrt für den zeitweise idylle- und traditionsübersättigten Bewohner des katholischen Südens sehr reizvoll sein kann.
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Wenn in München Messe ist, gehen wir in Greding immer essen. Und wenn wir nicht zu spät reservierten, auch dorthin zum übernachten.
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