Die Genugtuung mag billig sein. Doch es ist nicht das Schlechteste, wenn man die »Zeit« aufschlägt und einem eine ganze Serie von Artikeln entgegenfällt, die derart klar eine schon lange gehegte Einstellung bestätigt. Nur ein paar Zeilen daraus:
Hier ruht ein Wohlstandsbürger, gestorben an falschem Essen - wer will schon diese Inschrift auf seinem Grabstein haben? Und doch prasst und völlt sich jeder Dritte von uns verfrüht unter die Erde, behaupten Epidemiologen. Bei zu viel Fett auf dem Teller, zu viel Zucker im Becher drohen Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs. Die düsteren Botschaften kommen an: Bang überdenken wir unseren Speiseplan. Nur wie überdenken? Die Flut von Tipps ist überwältigend - und voller Widersprüche.
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Häufiger einen Salat oder Apfel, Hände weg vom Salzstreuer, lieber Fisch statt Fritten und vielleicht mal ein Glas Milch - das ist vorläufig alles, was vom Getöse bleibt.
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Nur ausgenüchterte Ernährungsforschung hätte Chancen, vielleicht doch noch ein klares Wirkgefüge zwischen Nahrung und Krankheitsrisiko zu erkennen. Die ratlose Zwischenzeit dürfen auch die strengsten Gesundesser zum Genießen nutzen - und jeder Schlagzeile, die ihnen mit Zahlen und Vorschriften ins Essen pfuschen will, getrost mit Skepsis begegnen. [Birgit Herden, Einfach Essen, Zeit Nr. 46/06, leider nicht online]
Genau das werde ich weiterhin tun.